75 Jahre Feuerwehren in Garlstedt, Heidberg und Heilshorn

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„Ohne den Einsatz des einzelnen für die Gemeinschaft ist jedes Gemeinwesen überfordert“ sagte einmal unser damaliger Bundespräsident Roman Herzog. Damit bringt er treffend „auf den Punkt“, was unsere Feuerwehren täglich für unsere Gesellschaft  leisten und damit auch eine Vorbildfunktion für uns alle übernehmen.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs gab es nur in den größeren Städten, Orten und Ortschaften Feuerwehren, aber bei weitem nicht in allen Dörfern. In der 1940er Jahren wurden aufgrund kriegsbedingter Brandgefahren aber auch zur Bekämpfung der Brände, die meist durch Blitzeinschläge in den reethgedeckten Bauernhäusern sowie auch durch die Selbstentzündung noch feuchten Heus verursacht wurden, gegründet. Daher auch die Bezeichnung „Feuerwehr“; erst später kamen weitere und umfangreichere Aufgaben dazu,  die mit „retten, löschen, bergen, schützen“ zu beschreiben sind.

Die „Feuerwehr“ ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen und damit bei uns der Städte und Gemeinden. So wurden die Feuerwehren auch 1941 von den damaligen Gemeinden gegründet und aufgestellt. Auch wenn nicht mehr jede der ehemaligen Gemeinden eine eigene „Freiwillige Feuerwehr“ vorzuweisen hat, so bildet dieses doch eine gewisse „Regionalgeschichte“ ab.
Vor 75 Jahren wurden die Feuerwehren in Garlstedt, Heidberg und Heilshorn gegründet. Der Anfang auch dieser Feuerwehren war sehr schwierig. Kriegsbedingt gab es kaum die Möglichkeit, überhaupt eine Motorisierung vorzunehmen. Zunächst ging es überhaupt erst um die Organisation des Feuerwehrlöschwesens als solches, da auch kriegsbedingte Einsätze in den großen Städten wie Bremen und Hamburg geleistet wurden; erst später kam eine „Spritze“ dazu und nach dem Krieg, meist auch erst in der 1950er Jahren, wurden nach und nach Fahrzeuge angeschafft und eigens Feuerwehrgerätehäuser gebaut. Zu Beginn wurde über (mehrere) Feuerwehrhörner zum Einsatz „gerufen“. Auch wenn der Eintritt in die Feuerwehr stets freiwillig erfolgte, war es für viele doch eine Verpflichtung sich in den Wehren zu engagieren. Dieses oft allein schon deshalb, weil auch das eigene „Hab und Gut“ betroffen sein konnte. Gerade in den kleineren Gemeinden, die zu der Zeit oft nur aus einem Dorf bestanden, gab es eine hohe Identität und Verpflichtung gegenüber dem Nächsten. Das Wort „Anonymität“ war damals ein Fremdwort. Was zählte war damals die „Gemeinschaft“ ohne die ein Dorf nicht funktionierte. Jeder setzte sich auf seine Art und Weise für den Nächsten und damit für das Dorf ein.

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Kriegsbedingt waren auch viele Feuerwehrmänner „an der Front“, so dass Frauen freiwillig oder auch verpflichtend tätig werden mussten.

Mit der weiteren Entwicklung kamen neue Aufgaben auf die Feuerwehr zu. So sind die Anforderungen allein schon aufgrund des technischen Fortschritts gestiegen und recht vielfältig geworden. Die Feuerwehr hat sich mehr und mehr zum „Dienstleister“ entwickelt. Von daher sollten wir auch immer wieder überlegen, welche Aufgaben wir als Gesellschaft aber auch Privatpersonen unseren Feuerwehren übertragen – vor allem vor dem Hintergrund, das die Feuerwehren in unserem Raum und hier in den Landkreisen Osterholz und Verden alle auf freiwilliger Basis arbeiten.  Auch wenn der Eintritt freiwillig ist und die Alarmierung zur Pflicht ruft, müssen wir uns immer wieder überlegen, ob der Ruf nach „112“ wirklich unbedingt nötig ist. Im Feuerwehrgerätehaus sitzen keine Feuerwehrfrauen und -männer, die auf einen Einsatz warten. Sie „rücken“ alle vom Arbeitsplatz und von zu Hause ab.FF_LK_OHZ_Flaggen_www

In diesem Sinne heißt es Dank zu sagen, für die Leistung der Gründergeneration, die Männer und später die Frauen, die sich meist alle über Jahrzehnte ehrenamtlich der Aufgabe und der Verantwortung in unseren Feuerwehren  gestellt, nachkommenden Generationen an diese Aufgabe herangeführt haben und sich in bester Kameradschaft für diesen Dienst motivieren und weiter zur Verfügung stellen und das nach dem Motto von Roman Herzog: „Ohne den Einsatz des einzelnen für die Gemeinschaft ist jedes Gemeinwesen überfordert“. Hut ab!